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Gastartikel: Training über Markersignale

Ein Gastbeitrag von Ricas Dogblog

Heute erzählt uns meine Bloggerkollegin Bettina von Ricas Dogblog etwas über das Training mit Markersignale. Ich selbst trainiere ja selbst sehr gerne mit dem Clicker und finde es sehr spannend wie andere Hundehalter deren Vierbeiner in Schwung halten. Danke an Bettina für diese tollen Tipps:

Es gab eine Zeit, da steckte ich in Sachen Hundetraining in einer Sackgasse. Wieder einmal musste ich eine als ach so ultimativ angepriesene Methode für Rica und mich als gescheitert erklären. Ich war völlig genervt. Was sollte ich jetzt tun? 

 

Doch ich bin ein Mensch, der nicht so schnell aufgibt und so machte ich mich weiter auf die Suche nach dem passenden Training für mich und meine Hündin. Eine gute Sache hatte das viele Ausprobieren allerdings: Ich wusste inzwischen genau, was ich wollte und was nicht.

 

Eines Tages stieß ich auf die Seite markertraining.de. Das dort beschriebene Training sprach mich sehr an. Schließlich entschied ich mich dafür, mit Rica zukünftig so zu arbeiten. Schnell stellten sich erste Erfolge ein. Inzwischen zog unser Zweithund Bobby bei uns ein. Auch mit ihm begann ich über Markersignale zu trainieren. Ich bin bis heute dabei geblieben, und meine Begeisterung nimmt kein Ende.

 

Training über Markersignale - Was ist das?

 

Der Hund zeigt gewünschtes Verhalten und erhält dafür eine Belohnung. Dieses Prinzip der positiven Verstärkung kennst du sicher. Nun wird zwischen das Verhalten und die Belohnung ein Markersignal "zwischengeschaltet". Der Marker ist also die Ankündigung der Belohnung. Du fragst dich jetzt vielleicht, warum dieser Zwischenschritt? Wird dadurch das Training nicht unnötig komplizierter gemacht? Der entscheidende Vorteil liegt hier ganz klar im Timing, denn zwischen gezeigtem Verhalten und einer Belohnung sollten im Idealfall weniger als zwei Sekunden vergehen, damit eine Verknüpfung beim Hund stattfinden kann. Wir sind jedoch meist nicht so schnell, wenn wir z. B. in unserer Jackentasche nach dem Futter kramen. Hier kommt nun der Marker ins Spiel, der dem Hund sagt: "Das hast du richtig gemacht, deine Belohnung kommt gleich."

 

Ein Marker kann jedes kurze optische oder akustische Signal sein. Der wohl bekannteste Marker ist das Geräusch des Clickers. Doch wer läuft schon 24 Stunden am Tag mit einem Clicker durch die Gegend? Deshalb ist es sinnvoll, neben dem Clicker auch ein Markerwort zu konditionieren, das man anstatt des Clickers verwenden kann. Geeignet sind kurze Wörter, die man möglichst nicht im Alltag gebraucht. Für Rica und Bobby heißen die Markerwörter beispielsweise Tik und Tok. Aber auch Wörter wie Yes, Tak, Top, Jepp, Klick, Hopp usw. sind möglich. Das ist Geschmackssache.

 

 

Nun muss dein Hund nur noch die Bedeutung des Markerwortes und/oder des Clickers kennenlernen. Das Geschieht recht schnell über die klassische Konditionierung. Dazu betätigst du den Clicker, bzw. sagst das Wort und sofort folgt Futter. Diese Übung wiederholst du ca. 10 bis 15 mal schnell hintereinander. Übe mehrmals über den Tag verteilt. Um zu überprüfen, ob der Hund die Bedeutung das Markers gelernt hat, verwendest du ihn, wenn der Hund dich gerade nicht ansieht. Zeigt er daraufhin Blickkontakt oder kommt sogar angelaufen, war die Verknüpfung erfolgreich. Das Training kann beginnen.

Training mit Markersignalen - meine Erfahrungen

 

Es gibt einige Hundehalter und auch -trainer, die der Meinung sind, dass clickern und markern hauptsächlich dafür geeignet ist, um dem Hund Tricks beizubringen, diese Trainingsart jedoch an ihre Grenzen stößt, wenn es um die Arbeit an Verhaltensproblemen geht. Dieser Auffassung kann ich mich absolut nicht anschließen. Ich habe gegenteilige Erfahrungen gemacht.

 

Mit unserem Bobby haben wir uns ein kleines Problemfellchen ins Haus geholt. Er ist ein ehemaliger Straßenhund aus Rumänien und kam mit dementsprechenden "Baustellen" zu uns. Angst, Unsicherheit, sich nicht anfassen lassen, Leinenaggression und noch einiges mehr. Es gab also viel zu tun. 

 

Ich gewöhnte Bobby zunächst an sein Markerwort, denn vor dem Clicker hatte er noch Angst. Dieser kam erst später hinzu.

 

Grunderziehung

Wir begannen mit den grundlegenden Übungen, Sitz, Platz, Leinenführigkeit, Rückruf usw. All das musste Bobby trotz seines fortgeschrittenen Alters erst lernen. Ich ging in sehr kleinen Schritten vor, so dass Bobby im Training sehr viele Erfolgserlebnisse hatte. Er war ein ausgezeichneter Schüler, dem das Training richtig Spaß machte. In dieser Zeit gewann er schon enorm an Selbstvertrauen. 

 

Gewöhnung an den Maulkorb

Als das "Hunde-Einmaleins" gut klappte, gingen wir die diversen Problemchen an. Ich machte Bobby mit Hilfe seines Markerwortes und gutem Futter den Maulkorb im wahrsten Sinne des Wortes schmackhaft. Heute akzeptiert er nicht nur seinen Maulkorb, er findet ihn sogar richtig toll. 

 

Leinenaggression

Auch bei der Arbeit an Bobbys Leinenaggression konnte ich mit dem Markertraining schon gute Ergebnisse erzielen. Hier benutzte ich den Clicker und immer wenn er unterwegs den Anblick eines Hundes ruhig ertragen konnte, gab es Click und Belohnung. Nach einer gewissen Zeit war auch hier ein Erfolg sichtbar und die anderen Hunde gar nicht mehr so "böse".

 

Angst

Beim Training von ängstlichen Hunden ist die Arbeit mit Markersignal für mein Empfinden besonders effektiv. So konnte ich Bobby Stück für Stück daran gewöhnen, die Treppe in unserem Haus nach oben zu gehen. Seine Transportbox, um die er anfangs einen großen Bogen gemacht hat, findet er nun auch nicht mehr so furchterregend. Was mich besonders freut ist, dass er nicht mehr ganz so große Probleme damit hat, Berührungen auszuhalten und es schon eine gefühlte Ewigkeit her ist, als er das letzte Mal geschnappt hat.

 

Einfach Spaß haben

Ich gebe zu, ich bringe meinen Hunden auch gern eine Menge Blödsinn bei. Sowohl Rica als auch Bobby lieben es, auf große Steine zu springen, auf Baumstämmen zu balancieren, unter einer Bank hindurch zu krabbeln oder durch einen Reifen zu hüpfen. All das habe ich Ihnen mit Hilfe des Clickers beigebracht.

 

 

Zusammenfassend betrachtet bin ich der Meinung, dass Markersignale in allen Bereichen des Hundetrainings zum Einsatz kommen können. Besonders gute Erfahrungen habe ich mit dieser Trainingsart in der Arbeit an Verhaltensproblemen gemacht. 

Vorteile des Trainings mit Markersignalen

 

Der Marker kündigt die Belohnung an. Wenn wir den Clicker betätigen oder das Markerwort sagen, lösen wir beim Hund ein positives Gefühl aus. Er freut sich auf seine Belohnung, von der ja genau weiß, dass sie gleich folgt. Da wir das Training in kleinen Schritten durchführen und richtiges Verhalten schon im Ansatz markern, bekommt er sehr viele Belohnungen, was sich wiederum positiv auf den Lernerfolg auswirkt. Denke mal an dich selbst: Du freust dich auch, wenn du für eine gute Leistung gelobt oder belohnt wirst und strengst dich künftig noch mehr an.

 

Einen weiteren Vorteil habe ich eingangs schon erwähnt: Das Timing. Dadurch, dass wir die Belohnung mit dem Marker ankündigen, haben wir ein bisschen mehr Zeit, das Leckerchen hervorzuholen. Wir sind schneller und können den Hund genau in dem Moment Feedback geben, in dem er gewünschtes Verhalten zeigt. Wir können dem Hund also präziser vermitteln, was wir von ihm wollen.

 

Ebenso leichter ist die Arbeit auf Distanz, wenn wir zur Belohnung ein Markersignal einsetzen. Einen Click hört der Hund auch noch, wenn er einige Meter entfernt ist und das Futter kann man ihm zuwerfen oder er bekommt es, wenn er wieder bei seinem Menschen. Übrigens kann man nicht nur Futter als Belohnung verwenden, sondern auch ein Spiel, Lob oder Schnüffeln. Belohnung ist immer das, was der Hund in einem bestimmten Moment am liebsten hat. 

 

Schlusswort

 

Wenn du jetzt neugierig geworden bist, dann probiere das Training mit Markersignalen doch einfach mal aus. Besorge dir einen Clicker, denke dir ein Markerwort aus, und es kann losgehen. Du kannst nichts falsch machen. Sicher passiert es immer mal, dass man im falschen Moment clickt oder das Markerwort sagt. Das ist aber kein Beinbruch, denn von einmal Fehler beim Hundehalter ist nicht sofort ein unerwünschtes Verhalten gelernt. Du hast nichts zu verlieren, kannst aber sehr viel gewinnen.

 

Ich bin glücklich, denn ich habe endlich das passende Training für mich und meine Hunde gefunden. Die Arbeit mit Clicker und Markerwort macht uns sehr viel Spaß und bringt meine Hunde in ihrer Entwicklung ein ganzes Stück voran. 

Es gibt vieles, was ich meinen Hunden noch beibringen möchte. Da ich nun endlich das passende Rüstzeug dazu habe, bin ich sicher, dass wir unsere Ziele bald erreichen werden. Ich freue mich schon jetzt auf die anstehenden Aufgaben.

 

Trainierst Du auch mit deinem Hund?

Vielleicht sogar mit einem Clicker?

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