Gastartikel: Der Weg quer durch die Hundesportarten

Ein Gastbeitrag von Shiva Wuschelmädchen

Vor einer Weile schon wurden Frauli und ich von Claudia gefragt, ob wir nicht mal über Hundesport schreiben möchten. Huiiii… gerne. Aber über welchen? Es gibt ja so einiges. Wir haben gemeinsam auch schon mehrere Sportarten durchprobiert und  ich denke, da fangen wir einfach mal an:


Agility

Fraulis Leidenschaft ist das Agility. Das hat sie schon recht erfolgreich mit Rocky gemacht und wollte mit mir daran anknüpfen… tja, aaaaber! Ich bin zwar springlebendig und quirlig, aber ich mag die hohen Sprünge nicht. Weil ich ja so lange Beine bekommen habe, muss ich über Large springen und das ist mir zu hoch, da mag ich nicht drüber. Ich bin aber Meister im Unten-Durch-Gehen. Doch! Echt. Naja, aber dafür gibt es keine Preise.

 

Nun aber zur Sportart an sich. Agility ist gut bekannt und boomt seit Jahren. Es ist eine Geschicklichkeitssportart, die in hohem Tempo ausgeführt wird (meistens). Wer hat sich nicht schon an einem schnellen Border Collie erfreut, der durch den Slalom fetzt, dass die Stangen nur so klingeln? Aber der Aufbau muss langsam und kontrolliert erfolgen. Je früher und langsamer begonnen wird, desto besser kann der Hund später erlerntes abrufen und kann auch einen schwierigen Parcours fehlerfrei durchführen. Die Geräte müssen kennengelernt und allmählich aufgebaut werden.


Kontaktzonengeräte

Beim Laufsteg, der Wippe und der A-Wand ist die Kontaktzone das A und O. Wenn die ordentlich sitzt, dann ist das Gerät kein Problem. Dafür muss der Hund aber verstanden haben, dass er die Zone nicht überspringen darf. Hilfreich ist hierfür ein sogenanntes Target. Der Hund lernt die Zone runterzulaufen und bekommt seine Belohnung vom Target. Quasi selbstbelohnend, da das Leckerchen meist schon auf dem Target liegt. Damit er nicht runterspringt oder das Gerät einfach umläuft, wird das Leckerchen anfangs erst kurz vorher von einer Hilfsperson aufs Target gelegt. Nach und nach wird das Target abgebaut, bei manchen bleibt es ewig und fehlt dann eben im Turnier.


Slalom

Es gibt unzählige Methoden einen Slalom aufzubauen. Es gibt einen sogenannten Gassenslalom, bei dem die Stangen weit auseinander gezogen werden können und der Hund anfangs gar nicht merkt, dass er durch einen Slalom läuft. Nach und nach wird die Gasse enger und der Hund muss sich allmählich darauf einlassen, dass er schlängeln muss, bis schließlich die Gasse irgendwann ganz geschlossen ist. Dann gibt es den V-Slalom. Bei diesem sind die Stangen in der Mitte zwar fest, dass keine Gasse gebildet werden kann, aber die Stangen können seitlich gekippt werden, wodurch sich das V bildet und der Hund leichter hindurch kommt. Das V wird allmählich geschlossen, bis die Stangen gerade sind. Es gibt auch die Kombination aus V- und Gassenslalom, bei dem dann beides gemeinsam erst recht weit und dann immer enger gestellt werden kann. Hierbei können auch Varianten entstehen, geschlossene Gasse und leichtes V oder gerade Stangen und kleine Gasse, bis der Hund den Slalom beherrscht.

Als zusätzliches Hilfsmittel gibt es die Bögen, die an die Stangen angeklippst werden und dem Hund bei geradem Slalom eine Leitlinie vorgeben. Diese können den ganzen Slalom umfassen oder nur an Problemstellen eingesetzt werden.

 

Frauliiiiii! Es reicht. Es haben alle kapiert, dass du Agility toll findest. Hier geht es doch um mich! Und ich mache gaaaaanz großartig Rally Obedience und Longieren. Außerdem machen wir beide noch TrickDogging. Das ist nämlich für Federhund was. Genau!


Rally Obedience

Rally Obedience ist die Kunst, das immer im Weg stehende Frauchen gekonnt zu umlaufen. Naja, eigentlich nicht, aber das ist eben das, was ich mache. Vielleicht lass ich doch lieber Frauli erklären.

 

Rally Obedience entstand aus dem klassischen Obedience. Nachdem es einige Änderungen des Reglements gab und die Sportart zusehends schwieriger und strenger wurde, haben immer mehr Aktive das Interesse verloren. Es macht einfach keinen Spaß mehr, wenn es zu streng ist. Shiva und ich kamen eher zufällig als Seiteneinsteiger dazu. Wir haben fleißig für die Begleithundeprüfung trainiert und mein kleiner Kasper hatte einfach keine Lust auf das zugegebenermaßen sehr langweilige Training. Es hatte keinen Pep und das sture Fußlaufen und zwischendurch Ewigkeiten warten zu müssen, hat mich daran zweifeln lassen, ob es das Richtige für uns ist, überhaupt die BH zu versuchen. Wir haben also nebenher das Rally Obedience angefangen, um Shiva und mir wieder mehr Spaß in die Unterordnung zu bringen. Es hat fabelhaft geklappt. Wir beide wurden nämlich Tagessieger bei unserer Begleithundeprüfung. Ich war sooooooo stolz auf mein Mädchen.

 

Nun aber zur Sportart. Beim Rally Obedience gibt es mittlerweile 4 Starterklassen (eigentlich 5). Die Beginner haben einen Fundus an Schildern, auf denen die Übungen abgebildet sind. Diese werden in einer willkürlichen Reihenfolge von der Richterin / dem Richter aufgestellt und müssen in dieser vorgegebenen Reihenfolge nun vom Starterteam bewältigt werden. Es gibt eine Zeitvorgabe von 4 Minuten und diverse Grundregeln. Diese in Kürze: Der Hund darf nicht mit Futter oder der Hand gelockt werden, er darf aber animiert und mittels aller möglichen Zeichen und körpersprachlicher Signale durch den Parcours geführt werden. An bestimmten Stellen darf ein Hund auch gefüttert werden. Meistens trag ich das Futter nur in der Tasche mit und setze eher auf meine Fähigkeit Shiva zu animieren. Die Übung muss in einem Feld von 1,20 m vor dem Schild oder daneben durchgeführt bzw. begonnen werden. Überläuft man das Schild ist die Übung nicht durchgeführt (gibt 10 Minuspunkte). Man kann aber zurückgehen (gibt 5 Minuspunkte) und es erneut versuchen, in diesem Fall sind alle vorherigen Fehler an dieser Übung gelöscht. Insgesamt gibt es 100 Punkte und jeder Fehler gibt eben Abzüge. Schafft man über 60 Punkte, so ist der Parcours bestanden, darunter bekommt man ein nicht bestanden in seine Leistungskarte. Ab 75 Punkte sammelt man für den Aufstieg in die nächste Klasse und ab 90 Punkte hat man seinen Aufstieg sofort in der Tasche. Man muss aber nicht aufsteigen. Shiva und ich könnten schon seit mehreren Turnieren in die Klasse 2 aufsteigen, aber dazu fühle ich mich noch nicht bereit und tummle mich deshalb lieber in der Klasse 1.

 

Wie bitte? Wir wären schon viel weiter, wenn du nicht so ein Schisser wärst? Pffff… wie kannst du nur? Ich geb mir immer so eine Mühe und du!! Du traust dich nicht.

 

Äh, da kommen echt knifflige Übungen dran, die können wir beide einfach noch nicht. Lass uns lieber noch ein bisschen warten.

 

Na gut… Aber nicht mehr so arg lang. Wenn es im August gut läuft, steigen wir auf, okay?

 

 

Lassen wir das vorerst mal. Wir sprechen da noch drüber. Gehen wir einfach mal weiter zum Longieren.


Longieren

Das Longieren mit dem Hund ist eine tolle Abwechslung und Art der Beschäftigung. Es mag erst langweilig klingen, aber es steckt sehr viel mehr als bloßes im Kreis rennen lassen dahinter. Da das Longieren, so wie wir es betreiben, sehr auf Körpersprache baut und die Bindung stärkt, hat es uns auch im Alltag viel gebracht. Shiva war - und wird es immer sein - ein sehr ängstlicher bzw. unsicherer Hund. Durch die konzentrierte Arbeit am Kreis haben wir uns selbst gefestigt. Sie kann trotz Ablenkung oder recht nah sitzender Menschen und Hunde konzentriert mit mir arbeiten und lässt sich nicht wegen jeder Bewegung gleich verunsichern. Wir haben alles mögliche in unsere Kreisarbeit eingebaut. Wechsel zwischen zwei Kreisen, Außenkreise, Innenkreise, Tunnel, Sprünge, Pylonen fürs Rumschicken usw. Es gibt unzählige Möglichkeiten, den Logierkreis aufzupeppen.

Shiva und ich trainieren bei uns im Verein seit ca. 2 1/2 Jahren und haben enorme Fortschritte gemacht. Natürlich fehlt uns an manchen Stellen ganz viel, was auch zum Teil an mir liegt, aber ein anderen Bereichen sind wir unglaublich gut - da bin ich auch stolz drauf. Unsere Trainerin bietet mittlerweile auch als selbständige Trainerin Seminare und Workshops an. Wer also Interesse hat, der kann sich mal unter www.longobility.de umgucken. Es lohnt sich! Die Seminare sind immer ausgebucht und wer Glück hat, trifft mich mit der Kamera an und kommt so zu vielen Fotos vom Seminar.

 

Es gibt noch viele weitere Sportarten, da ich aber nur über etwas schreibe kann, was ich selbst ausprobiert habe, kann ich dort nichts weiter sagen. Der Turnierhundesport hätte mich zwar immer gereizt, aber nach dem dritten Meniskusriss hab ich eingesehen, dass ich niemals wieder sprinten oder Joggen kann und daher weder der Geländelauf noch die Hindernisbahn in Frage kommen.


Hey! Was ist mit TrickDogging und Flyball und DogDance? Das machen wir auch und es macht sooooo viel Spaß! Also, dann erkläre ich jetzt mal.

 

TrickDogging

Beim TrickDogging geht es darum, viele Tricks zu lernen, um möglichst viele Leckerchen abzustauben. Wenn Frauli also will, dass ich Männchen mache, ich das aber nicht will, mach ich schnell die Rolle - die hab ich bisher nicht freiwillig gezeigt - und staube so ganz viele Leckerchen ab, weil Frauli sich so freut. Oder sie will, dass ich den Slalom durch die Beine laufe und ich parke ein und laufe zwischen den Beine mit, das gibt auch Leckerchen. Was denn noch? Hmmmm… ach, das Peng kommt auch immer gut. Egal, was Frauli fordert… immer was anderes machen, süß gucken und *schwups* Leckerchen fliegen.  Klappt meistens super! Pfote geben ist auch der absolute Renner. Das klappt so gut, wie immer.

 

Flyball

Beim Flyball steht eine lustige Maschine hinter vier Hürden (lächerlich niedrig) und hat den Ball gefressen. Wenn man also über die Sprünge saust, auf die Maschine patscht (das ist so wie dem Frauli in die Magengrube zu springen) fliegt der Ball in hohem Bogen heraus und man kann ihn fangen. Dann schnappt man ihn sich und flitzt quer über den Platz, freut sich über seinen tollen Ball, erinnert sich ans Frauli und fetzt über die Sprünge zurück zum Start. Ist auch sehr schön.

 

DogDance

Das DogDance ist quasi TrickDogging in einer selbstgewählten Choreographie zu fetziger Musik. Wir sind noch lange nicht so weit, dass wir eine Choreographie absolvieren könnten, aber ich kann mehrere Übungen aus dem Effeff und zeige sie auch auf Wunsch. Naja, meistens… manchmal… ab und zu… Jedenfalls sieht es bei den Profis echt toll aus! Bei uns nicht…

 

Flauschige Umpfötelung

 

 

Shiva Wuschelmädchen

 

Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in die von mir durchgeführten Sportarten geben.

 

Flauschige Grüße

Sandra

 

 

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