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Im Interview: Ein Experte zum Thema "Krankenschutz Tierversicherung"

Philip Paar

Viele wissen oder haben bereits miterlebt welche hohen Kosten ein kranker Vierbeiner verursachen kann. Ein Radfahrer oder Jogger der aus dem Nichts auftaucht könnte bereits ein Auslöser sein. Der Hund könnte erschrecken und auf die Straße springen. Doch was passiert, wenn plötzlich ein Auto auftaucht und nicht rechtzeitig bremsen kann? Leider schlägt das Schicksal oft härter zu und der Hund erkrankt. Wer bezahlt die Behandlungen oder lebensnotwendige Operationen, wenn die Kosten das Gehaltskonto sprengen? Mich haben ein paar Fragen dazu beschäftigt und dazu möchte ich Dir heute Herrn Paar Philip vorstellen.

 

Dem Wunsch nach einem abwechslungsreichen und vor allem herausfordernden Job befindet er sich seit seinem 18. Lebensjahr in der Versicherungsbranche. Im vierten Berufsjahr fand er heraus, dass sein damaliger Arbeitgeber, Allianz Elementar AG, auf dem wichtigen Sektor der Tierversicherung, nur sehr begrenzte Versicherungsmöglichkeiten anbot und somit hat er den Entschluss gefasst eine eigene Mehrfachagentur mit diversen Versicherungsmöglichkeiten zu gründen.


Woran liegt es das vielen Hundebesitzern der Begriff  "Krankenschutz Tierversicherung" unbekannt ist?

"Die Sparte der Tierversicherung kostet österreichische, deutsche und schweizer Versicherungen jedes Jahr mehrere Millionen Euro, da es die mit Abstand schadenträchtigste Versicherungssparte am Markt ist. Aus verschiedenen Gründen darf die Tierversicherung aber trotzdem dem Konsumenten angeboten werden, jedoch wird jedes Versicherungsunternehmen keine aktive Werbung machen um noch mehr „schlechte Kunden“ anzuwerben. "

 

Zum Vergleich:

Haushaltsversicherung 1 Schaden pro 6 Jahre

Tierkrankenversicherung 3 Schäden pro Kalenderjahr

 

Die Tierversicherung ist ein Segen für den Kunden und ein Fluch für den Versicherer

 


Warum ist eine Tierversicherung wichtig?

"Jedes Tier hat genauso wie jeder Mensch ein Recht auf eine gute medizinische Versorgung. Leider wird oft an den Tieren gespart, da sein Besitzer von sehr hohen Tierarztkosten überrascht wird. Ohne der Tierversicherung müssen Tierärzte oft um Ihre Bezahlung bangen und viele Konsumenten kann eine teure Behandlung in den privaten Konkurs treiben, doch das Tier leidet in beiden Fällen unter der Entscheidung des Besitzers, dass er sich gegen die Versicherung entschieden hat.

 

Meinen Recherchen zufolge werde wöchentlich österreichweit ca. 17 Tiere aufgrund von „zu hoher“ Tierarztkosten, einfach nicht behandelt. Was danach mit diesem Tier passiert weiß niemand, jedoch gehe ich von dem schlimmsten aus. Mord!"


Woran erkennt man eine gute Krankenschutz Versicherung ?

"Eine gute Versicherung unterstützt den Konsumenten im Ernstfall. Alle Versicherungsanbieter auf diesem Gebiet sind sich sehr ähnlich, jedoch darf ich als klaren Marktführer die Helvetia Versicherungen AG mit der PetCare Komfort hervorheben. Bei diesem Tarif sind Tierarztkosten pro Schadensfall / Jahr bis zu 5.000€ versichert. Diese Leistung ist von keinem anderen Mitbewerber zu toppen."


Ist dies für Hundehalter verpflichtend?

"Eine Krankenversicherung ist nicht verpflichtend, jedoch wäre es mein innigster Wunsch, dass eine gewisse Grundabsicherung in den nächsten Jahren vorzuweisen ist. Ich möchte gar nicht darüber nachdenken, wie vielen Tieren es in diesem Augenblick schlecht geht, nur weil sein Besitzer von den Kosten der Behandlung maßlos überfordert ist…"


Welche Varianten gibt es und wie unterscheiden sie sich?

"Die günstigste Variante der Versicherung deckt lediglich Operationen ab. Grundsätzlich ist das eine gute Sache, jedoch habe ich ebenso bereits nicht operative, also ambulante, Schadensfälle erlebt bei denen in Summe mehrere Tausend Euro zur Behandlung notwendig waren. In diesem Fall würde eine reine OP Versicherung keinen Cent beisteuern. Die vernünftige Variante deckt sowohl Operationen als auch ambulante Behandlungen und Medikamente ab. In der Komfort Ausführung werden sogar die Jahresimpfung sowie Kastration & Co bezahlt."


Wie hoch sollte eine Versicherungsprämie sein?

"Aus meiner Erfahrung habe ich gelernt, dass ca. 85% all meiner Kunden (ca. 2500 Tiere), den Tarif Helvetia PetCare Komfort um € 39,90 gewählt haben. Um ehrlich zu sein, ist das der Einzige sinnvolle Tarif, der das Tier umfangreich und gut abdeckt. Bei diesem Tarif stehen dem Kunden sogar € 100 für Impfung, Zeckenschutz usw. pro Jahr zur Verfügung. In Preis / Leistung ist dieser Tarif der Beste."


Gift es rassenspezifische Unterschiede, spielt Größe oder Gewicht eine Rolle?

"Die Tierversicherung ist nicht rassistisch. Es gibt weder preisliche noch leistungstechnische Unterschiede. Ein Mops bezahlt genauso viel Prämie wie ein irischer Wolfshund, da jedes Tier dieselben Erkrankungen treffen kann."


Gibt es verschiedene Kriterien in den Bundesländern?

"Der Versicherungstarif betrifft Österreich, somit ist die Versicherungsprämie in allen Bundesländern gleich hoch."


Können Sie mir ein Fallbeispiel aus der Praxis nennen?

"Ein tragisches Schicksal hatte einer meiner ersten Kunden. Das ca. 30 jährige Pärchen hatte sich einen Husky Welpen genommen und musste zahlreiche Behandlungen durchführen. Die Besitzer haben sich für diese Rasse entschieden, da Huskys zu den robustesten Hunden zählen und dennoch kann Ich Ihnen sagen, dass jedes Tier haargenau dieselben Erkrankungen treffen kann. In diesem Fall wurden € 4800 für diverse Operationen am Herzen des Hundes ausbezahlt."


Kommen wir nun zum Schluss - Möchten Sie den Lesern noch etwas mitteilen?

"Da es auf Versicherungsseite keine Werbung zu diesem Thema gibt ist die Moral der Menschen gefragt. Falls Sie einen Hund haben und jemanden kennen, der ebenso mit einer Versicherung gut beraten wäre, dann bitte sprechen Sie dieses Thema direkt an. Sonst wird es nicht besser, wenn jeder bloß auf sein eigenes Wohl achtet.

 

Vor allem ist es wichtig, dass das zu versichernde Tier gesund ist. Es handelt sich hierbei um eine Recht ähnliche Versicherung wie die wichtige private Krankenversicherung für den Menschen. Falls Sie bereits an einer Erkrankung leiden, dann wird kein Versicherungsunternehmen sich dazu bereit erklären, Sie als Kunden aufzunehmen. Daher empfehle ich jedem Konsumenten, eine Private Krankenversicherung für sich selbst, seine Kinder und seine Tier abzuschließen noch bevor eine Erkrankung stattfindet, denn danach kann es oft bereits zu spät sein."


Aber nun zu Dir  - Welche Erfahrungen hast Du bereits mit diesem Thema gemacht? 

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Kommentare: 3
  • #1

    Auenländerin (Montag, 09 Oktober 2017 21:20)

    Ich habe mich mal informiert wegen einer Krankenversicherung für die Hunde. Allerdings kommt es für uns nicht in Frage. Die Versicherungen wollen keine chronisch kranken Hunde bzw. sind dann die Behandlungskosten für diese Krankheit oft ausgeschlossen. Außerdem kostet uns gerade die Physiotherapie sehr viel Geld und diese übernimmt die Versicherung sowieso nicht.
    Wir machen es so, dass jeden Monat ein fester Betrag auf ein Konto für die Tiere kommt. Hier wird Geld für größere Behandlungen angespart. Normale So funktioniert es bei uns bisher eigentlich ganz gut.
    Liebe Grüße
    Auenländerin

  • #2

    Renate (Dienstag, 10 Oktober 2017 15:55)

    Hallo Claudia,
    zuerst möchte ich sagen, dass ich es wirklich toll finde auch Sach-Themen auf deiner Homepage zu finden die für Hundehalter wichtig sind, wie z.B. Versicherungen.
    Mein Schäfer Cesar wurde selbst vom Auto angefahren und ich kann Dir sagen, die Kosten für Operation und Nachuntersuchungen sind heftig. Eine Versicherung kann hier eine tolle Stütze sein und auch wir haben uns dadurch viel erspart. Ich kann allen Hundehaltern nur empfehlen - SCHLIEßT EINE VERSICHERUNG AB!!! LG Renate

  • #3

    Anna (Mittwoch, 11 Oktober 2017 15:03)

    Sehr schade, dass Hunde, die bereits nicht mehr gesund sind, ausgeschlossen sind. Und Physiotherapie wird nicht abgedeckt, aber so ein Mist wie Impfung und Zeckenschutz schon. Sehr schade und damit sinnfrei, so eine Versicherung. Da sollten Hundehalter sich die 40 Euro besser jeden Monat zurücklegen.